Mag. DI Dr. Brigitte Bach, MSc

Head of Energy Department AIT


Städte als Standorte für Innovative Entrepreneurship

 

Die Smart City der Zukunft ist eine ökologisch nachhaltige und ressourcenschonende Stadt, die Vorteile für Gesellschaft und Wirtschaft bringt. Sie trägt durch gute Luftqualität, einen hohen Wohnkomfort bei geringen Energiekosten und ein hochwertiges Angebot an Mobilitätsdienstleistungen zu einer höheren Lebensqualität der städtischen Bevölkerung bei. Darüber hinaus steigert das innovative Umfeld einer Smart City die Attraktivität der Stadt als Standort für Wirtschaft und Forschung und schafft somit hochqualifizierte Arbeitsplätze. Aufgabe der österreichischen Forschung ist es vor diesem Hintergrund, Know-how für Smart Cities zu generieren, um den österreichischen Städten und Unternehmen einen klaren Innovationsvorsprung und Wettbewerbsvorteil auf diesem zukunftsträchtigen Markt zu schaffen.

 

Städte als Wirtschaftsmotoren

 

Städte beherbergen schon jetzt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, konsumieren rund zwei Drittel der Gesamtenergie und verantworten damit auch einen Großteil des CO2-Ausstoßes. Neben diesen demografischen und ökologischen Aspekten übernehmen Städte aber auch eine wichtige wirtschaftliche Rolle: Sie fungieren als Motoren der Wirtschaft, des Wissens und der Innovation für gesamte Regionen und Länder. Im globalen Standortwettbewerb werden daher massive Investitionen in Forschung, Entwicklung und Bildung notwendig sein, um in Städten ein innovatives Umfeld zu schaffen, das für die Wirtschaft und hochqualifizierte Arbeitskräfte attraktiv ist. Forschungseinrichtungen wie das AIT haben die Aufgabe, diese Prozesse mit Szenarien, Monitoring, Modellierung und Simulation, Folgenabschätzung und Prototypenentwicklung entlang des gesamten Policy Cycle zu begleiten und wissenschaftlich zu unterstützen.

 

Ökoinnovation, Smart Specialisation und Smart City Konzepte

 

Ein möglicher Weg zur Standortsicherung ist die Umsetzung von Ökoinnovationen, also Investitionen in technologische Schlüsselbereiche zur CO2-Reduktion. An erster Stelle stehen hier Energieeffizienz in Gebäuden und Industrie sowie die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energie. Von innovativen Entwicklungen in diesen Bereichen erhofft man sich zudem positive Impulse für die Wirtschaft, so etwa die Erhöhung des  Bruttoinlandsprodukts um 550 Millionen Euro und die Schaffung von rund 6.400 neuen Arbeitsplätzen in dieser Zukunftsbranche.

 

Ein weiteres Lösungskonzept lautet „Smart Specialisation“. Wirtschaft, Forschung und Industrie arbeiten hier eng zusammen, um durch gezielte Entwicklungsprioritäten regionale Schlüsselbereiche zu stärken. Studien haben gezeigt, dass diese wirtschaftliche und technologische Spezialisierung die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit und somit auch das Wirtschaftswachstum von Regionen positiv beeinflusst. Die Stadt Wien geht mit ihrer Smart City Rahmenstrategie klar in diese Richtung, indem sie ökologische, soziale und ökonomische Dimensionen verbindet und eine klare Vision und Ziele für 2050 formuliert. Auf längere Sicht wird es notwendig sein, auf dieser Basis eine Marke zu entwickeln und damit internationale Sichtbarkeit und Vorbildwirkung zu erreichen. Dafür muss sich die Stadt selbst verstärkt als „Living Lab“ begreifen, in dem Lösungen für die Zukunft entwickelt und erprobt werden. Der Export des daraus entstehenden Know-hows trägt in der Folge dazu bei, den Wirtschaftsstandort längerfristig abzusichern. Solche Demonstratoren dienen darüber hinaus aber auch dafür, internationale Sichtbarkeit zu erreichen. Sie fungieren als Eintrittskarte für internationale Schlüsselkonsortien und schaffen für Infrastrukturbetreiber und Wirtschaft einen Wissensvorsprung, der wiederum zur Standortsicherung beiträgt. Das AIT fungiert als wissenschaftlicher Schlüsselpartner in europaweit sichtbaren Demonstratoren im Bereich Smart Cities. So zeichnet das AIT Energy Department für die  Begleitforschung der Projekte „Smart City Demo Aspern“ und „Smarter Together“ verantwortlich. Ziel des letztgenannten europäischen Leuchtturmprojekts ist es, Wien neben Lyon und München zu einem Best Practice Beispiel für eine smarte und nachhaltige Stadt der Zukunft zu entwickeln.

 


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