Ing. Mag. (FH) Andreas Matthä

Vorstandsdirektor ÖBB-Infrastruktur AG

ÖBB-Infrastruktur: Auf dem Weg von der smarten City

 zur smarten Bahn

 

Im Jahresheft Iconannual 2015 durfte ich Sie von unseren Plänen für den Ausbau von Österreichs Bahninfrastruktur und die positiven Auswirkungen dieser Bemühungen auf die Volkswirtschaft unseres Landes informieren. Als künftiges Highlight nannte ich vor einem Jahr an dieser Stelle den neuen Wiener Hauptbahnhof als Knotenpunkt der Mobilität von morgen. Heute können wir diese Zukunft bereits hautnah erleben: Der Hauptbahnhof der Bundeshauptstadt hat seinen Vollbetrieb aufgenommen. Neben der immensen wirtschaftlichen und verkehrspolitischen Bedeutung ist der Bahnhof auch das starke Herz eines neuen, hochmodernen Stadtteils. Und damit ein großer Schritt Wiens auf dem Weg zur Smart City.

Der neue Hauptbahnhof etabliert Wien noch stärker im Zentrum Europas. Er ist ein Durchgangspunkt, ein Knotenpunkt, der Wien in alle Himmelsrichtungen vernetzen wird. Und die Bahn schafft mit ihren Investitionen wertvolle Arbeitsplätze. Apropos Zentrum und Arbeitsplätze: was der Hauptbahnhof für die Fahrgäste, ist der Terminal Wien Süd mit seiner Inbetriebnahme Ende 2016 für die verladende Wirtschaft. Er wird als zentrale Logistikdrehscheibe am Schnittpunkt von drei Güterverkehrskorridoren fungieren und damit der österreichische Einfüllpunkt für alle Güterverkehre auf der Südstrecke sein, welche entlang des Baltisch-Adriatischen Güterverkehrskorridors verlaufen. Wir dürfen hier aber gedanklich nicht an den Europäischen Grenzen halt machen, sondern müssen auch die internationalen (Waren-)Ströme im Blick behalten.Doch natürlich ist auch in Österreich am Bahnsektor viel in Bewegung geraten. Am Beispiel der Investitionen in den Ausbau der neuen Südstrecke lassen sich die volkswirtschaftlichen Effekte gut verdeutlichen: So löst eine Investition in Höhe von 6 Milliarden Euro eine gesamte Wertschöpfung von 15 Milliarden Euro aus (Barwert, Bauphase inkl. 30-jährige Betriebsphase). Alleine die steuerlichen Rückflüsse betragen 5,3 Milliarden Euro. In diesem Zeitraum werden auch 20.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Bahn ist eine der wichtigsten Wirtschaftslokomotiven Österreichs. Und zugleich ein wesentlicher Bestandteil unserer hohen Lebensqualität, die auch durch die internationale Vernetzung auf verschiedensten Ebenen jeden Tag aufs Neue entsteht und erarbeitet wird.

 

 

Und auch Smart City bedeutet Vernetzung: Nämlich die der Verkehrsträger – die Zukunft gehört sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr der Intermodalität. Das heißt für unsere Fahrgäste, Bahn, Auto, U-Bahn, Straßenbahn und Bus intelligent miteinander zu verbinden. Und dann auch noch andere Bereiche einzubeziehen, Bereiche wie Gastronomie, Hotels, Kulturangebote, Sportveranstaltungen – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wir schaffen konzernübergreifend neue Plattformen auf Computern und auf Handys, erheben und liefern die Daten dafür und errichten die blitzschnellen Kommunikationsnetze auf den Bahnhöfen, in den Zügen und auf den Terminals. Wir wollen damit ein klares Symbol für die zukünftige Ausrichtung der Bahn setzen. Eine Smart City ist eine Stadt, die für alle Lebensvorstellungen, alle Lebensentwürfe Spielräume lässt, Entwicklungsmöglichkeiten lässt, eine Stadt, die sich wegbewegt von dem "Schneller, höher weiter" hin zu mehr Lebensqualität. Wir müssen unsere Infrastruktur näher zu den Leuten und zur verladenden Wirtschaft bringen und dafür sind einfach verfügbare, digitale Angebote ein absolutes Muss. Denn Bahn ist weit mehr als ein Schienennetz mit Zügen und Bahnhöfen – dahinter steht ein ganzes Netzwerk an Firmen, Industriebetrieben sowie kleinen und großen Unternehmen. Sie machen den Bahnverkehr mit ihren Dienstleistungen erst zu dem, was er ist: ein überdimensional großes und funktionierendes Verkehrs- und Transportnetz für Menschen und Güter in Österreich.

Und Bahn ist auch für die kostbare Umwelt weit mehr als ein Schienennetz mit Zügen und Bahnhöfen. Bahnfahren ist eine Investition in die Zukunft und Lebensqualität unserer Kinder. Wer mit der Bahn fährt, verursacht nur ein Zwölftel des Kohlendioxids eines Autos. Und ein Flugzeug erzeugt pro Person und Kilometer 13 mal so viel Kohlendioxid wie die Bahn. Und im Gütertransport verursacht eine Fracht im Lkw 15 mal mehr Emissionen als die Bahn. Mehr als 90 Prozent des Bahnstrombedarfs werden aus umweltfreundlicher Wasserkraft erzeugt. Und im abgelaufenen Jahr haben wir das weltweit erste Bahn-Solarkraftwerk im Burgenland eröffnet.

 

Wie Sie sehen, ist die Bahn auf verschiedensten Wegen und in unterschiedlichsten Bereichen unterwegs in die Zukunft. Oft ist es nicht der leichteste Weg, den wir gehen – aber jedenfalls ein guter für unser Land und seine Wirtschaft - und natürlich für unsere Kunden. Für Sie. Wir wollen möglichst viele Menschen für die Bahn begeistern. Dafür investiert die ÖBB-Infrastruktur AG entsprechend auf Basis unseres Zielnetzes 2025+ und entsprechend dem neuen Rahmenplan jährlich knapp 2,5 Mrd. Euro. Und das gelingt uns. Unsere Kunden schätzen all unsere Maßnahmen, denn die Kundenzufriedenheit steigt messbar. Die ÖBB sind also ein Wirtschaftsmotor und auch ein Unternehmen, das stetig forscht und Innovationen fördert und vom eher gemächlichen Beförderungsunternehmen zu einem topmodernen Dienstleister wird. Ein moderner Dienstleister, der die Wandlung Wiens zur Smart City unterstützt und vorantreibt. Ein moderner Dienstleister, der von der Nachfrage nach Vernetzung und Nachhaltigkeit in einer smarten Stadt aber auch profitiert – und so zur smarten Bahn wird, bereit für die kommenden Herausforderungen. 

 

 


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